Vielfältig und komplex sind die Probleme, die neurologische Krankheitsbilder bei Menschen mit sich bringen können. Nicht allein Motorik und Sensorin sind mehr oder weniger stark gestört, beeinträchtigt sind auch Konzentration, Gedächtnis, Kommunikation, Verhalten und Körperbewusstsein sowie räumliche und zeitliche Wahrnehmung.
Durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt im Rahmen von Problemlösenden Alltagsgeschehnissen gelangt ein Mensch zum Wissen, wie die Beziehung zwischen seinem Körper und der Umwelt beschaffen ist; er erhält gespürte Wahrnehmungsinformationen.
Bei gestörter Wahrnehmung kann man durch gezieltes Führen an Händen und Körper während alltäglichen Geschehnissen zur Verbesserung der gespürten Informationssuche beitragen. Führen bedeutet, dass eine andere Person mit dem Körper des Patienten Handlungen so ausführt, dass gemeinsam Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt und exploriert werden. Das Hauptziel des Führens ist es, den wahrnehmungsgestörten Menschen zu angemessener Spürinformation in seiner Interaktion mit der Umwelt zu verhelfen.
Durch Führen kann gespürte Information über das Interaktionsgeschehen so vermittelt werden, als hätte man die Interaktion selbst ausgeführt. Die Therapie nach Affolter kann als eine Art „Ordnungstherapie“ betrachtet werden, mit der die Probleme der Desorganisation des Gehirns angegangen werden können.
Modell der geführten Bewegung vermittelt wahrnehmungsgestörten Personen über die Körperführung angemessene Spürinfos über den Alltag innerhalb problemlösender Alltagsgeschehnisse