Auch „Taubsches Training“ oder Forced-Used-Konzept genannt.
Durch einen „erzwungenen Gebrauch“ (Forced Use) eines paretischen Armes soll der Einsatz dieses Armes gefördert werden. Es soll verhindert werden, dass der betroffene Arm nicht benutzt wird durch einen sog. „erlernten Nichtgebrauch“, um dadurch die Gebrauchsfähigkeit zu verbessern. Um den ungünstigen Lernprozess des Nichtgebrauchs zu verändern, soll in der Therapie der Gebrauch des paretischen Arms gesteigert werden. Das geschieht, indem der indirekt betroffene Arm sowohl in der Therapie als auch in der Freizeit durch eine Schiene fixiert wird. Der direkt betroffene Arm wird somit zum Gebrauch gezwungen.
In einem mehrstündigen Training werden über ein bis zwei Wochen mit dem paretischen Arm verschiedene Übungen durchgeführt und nach Geschwindigkeit und Qualität beurteilt. Für die Zeiträume außerhalb der Therapien werden „Hausaufgaben“ gegeben und am darauffolgenden Tag überprüft. Die Übungsaufgaben sind überwiegend an den Basisfunktionen orientiert, wobei die Hausaufgaben auch handlungsorientiert gestellt werden, wie z.B. Obst essen, Telefonhörer halten, Besteck benutzen mit der direkt betroffenen Hand.
Quelle: Ergotherapie im Arbeitsfeld Neurologie